Das Theater um die Stadt- und Landesbibliothek in Potsdam geht weiter. Interessant daran ist, dass es tatsächlich noch absurder wird und wurde als wir gedacht hatten – Widerstand? Keiner!
Der Kommunale Immobilienservice (KIS) sucht bereits Interessenten, die eine Etage in der Stadt- und Landesbibliothek mieten wollen. (Quelle PNN)
Diese Nachricht war das Neueste was uns ins Auge stach. Hinzu noch die Aussage von Saskia Hüneke (Grüne und stark fordernde Stimme in Sachen historische Mitte):
„Hier ist mit Augenmaß vorgegangen worden“
Bei der Aussage zeigt sich, dass bei einigen Personen hinter dem Willen nach
Rekonstruktion der historischen Mitte eben doch nur der Gedanke der Herstellung von schicken Fassaden steckt und leider kein Inhalt.
Um 5 Meter werden gerade die Straßenbahngleise verlegt damit das Stadtschloss an seine historische Position paßt – in Sachen Bibliothek sind 2,5 Millionen Mehrkosten eine Katastrophe – scheinbar nicht finanzierbar.
Es zeigt sich erneut, dass Bildungspolitik nur eine Frage des Willens ist, nicht des Geldes.
Was die Sache allerdings noch schlimmer macht sind 2 Dinge.
1. Anscheinend stimmt die Direktorin der SLB in den Chor der Reduzierungsstimmen mit ein:
Bücher, die nicht mehr gebraucht werden, mehrfach vorliegen oder nicht zum Profil der Bibliothek passen, sollen an andere Bibliotheken ausgelagert werden. Als Beispiel nannte SLB-Direktorin Marion Mattekat das Chirurgie-Lehrbuch von 1980, das ohnehin bereits mehrfach neu aufgelegt wurde.
Frau Mattekat kann dies gerne denken, aber der Politik auch noch aus bibliothekarischer Sicht eine Legitimation für die Verkleinerung zu liefern ist gelinde gesagt – ganz ganz schwach und für uns nicht nachvollziehbar! 
2. Keine 100 Meter entfernt sitzt ein wissenschaftlicher Fachbereicht – der FB 5 der FH Potsdam – der angehende Bibliothekare ausbildet. Jeder dort sollte wissen, dass diese Politik nicht tragbar ist und seine Stimme erheben. Was jedoch hören wir? Genau – nichts. Dieser Auftritt, bzw. „nicht-“Auftritt des FB 5 ist genauso zu beurteilen wie die Worte Frau Mattekats – ganz ganz schwach und für uns nicht nachvollziehbar!

Abschließen gilt für uns das Wort von Jochen Kranert, Vorsitzender der Potsdamer Bibliotheksgesellschaft e.V. Er bezeichnete das Vorhaben im Ausschuss als „Kulturbarbarei“.
Richtig!
Presseschau:
SANIERUNG: Bibliotheksförderer lehnen Gutachten ab
Prüfer mit Plan zur Kostenkürzung 27.06.2009 MAZ
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Bücher-Etage zu vermieten
Kommunaler Immobilienservice sucht bereits Interessenten / Bibliotheksgesellschaft: „Kulturbarbarei“ 26.06.2009 PNN
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Teure Sanierung:
Bibliothek baut Bücherbestand ab Umbau der Stadt- und Landesbibliothekum 2,5 Millionen Euro teurer als geplant 24.06.09 PNN
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Teure Sanierung: Bibliothek baut Bücherbestand ab
Umbau der Stadt- und Landesbibliothek um 2,5 Millionen Euro teurer als geplant 23.06.09 PNN



Bäh, da wird einem als angehenden Bibliothekar ganz schlecht
*grusel*